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Nachhaltigkeit „rockt“ Konsumgüterindustrie und Handel


Die Konsumgüterindustrie und der Handel stehen durch das Thema Nachhaltigkeit vor entscheidenden Veränderungen. Verbraucher achten nicht nur zunehmend darauf, ob Produkte ökologisch unbedenklich sind, sondern sie registrieren die Berichte in den Medien und in Sozialen Netzwerken sehr genau.

Immer mehr Verbraucher interessiert es, ob Konsumgüter über Niedrigstlöhne, fragwürdige oder gar unzumutbare Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern in unsere Regale gelangt sind. Das Thema Nachhaltigkeit meint weit mehr als nur Recycling-Papier und Bio-Produkte. Es setzt auf das verantwortungsvolle Handeln und Wirtschaften. Wer heute aus strategischen Gründen die Weichen auf Nachhaltigkeitsprozesse im eigenen Unternehmen nicht setzt, wird morgen zunehmend Marktanteile verlieren. Hier wird sich die Spreu vomWeizen trennen.


Bio-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen und der Einfluss auf das Einkaufsverhalten:


Nicht nur der Preis oder die Qualität als Mehrwert, sondern auch die Sozialverantwortung (Corporate Social Responsability, CSR) eines Unternehmens wird in Zukunft entscheidend sein. Die Ausrichtung des Sortiments auf nachhaltige, ökologische Produkte, die Berücksichtigung der Umwelt, der Umgang mit Ressourcen, faire Arbeitsbedingungen und soziales Engagement prägen die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens und bieten klare Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern.

„Der Verbraucher von heute will mit gutem Gewissen einkaufen. Und der Handel will gute Umsätze und mehr Marktanteile mit gutem Gewissen erzielen. Das ist kein Widerspruch, sondern eine hervorragendeErgänzung“, sagt Dr. Susanne Eichholz-Klein, Projektleiterin beim IBH.


Das Einkaufsverhalten unter dem Aspekt nachhaltiger Sortimentsgestaltung:


Vor dem Hintergrund stellt sich die Frage nach der Segmentierung der Verbraucher mit Hilfe der Intensität der Nachhaltigkeitsorientierung. Im Ergebnis können vier Gruppen identifiziert werden:

Nachhaltigkeitsverweigerer: sie interessieren sich nicht für Nachhaltigkeit und orientieren sich bei ihren Einkäufen auch nicht an nachhaltigen Themen. Es handelt sich häufiger um Männer, verstärkt in jüngeren Altersgruppen und verstärkt in 1 Personen-Haushalten lebend.

Ad-Hoc-Nachhaltige: interessieren sich u.a. für Themen des Umweltschutzes und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit. Ad-hoc-Nachhaltige kaufen verstärkt im Discounter, teilweise nachhaltige Sortimentsbestandteile, dann vor allem Bioprodukte, aber eher spontan und nicht regelmäßig. Ad-hoc-Nachhaltige sind allen soziodemographischen Kriterien zuzuordnen.

Nachhaltigkeitstreiber: treiben Nachhaltigkeit im Handel. Sie kaufen häufiger in Supermärkten, im Fachhandel und in Reformhäusern/Bioläden ein. Sie interessieren sich für alle Nachhaltigkeitsaspekte gleichermaßen und kaufen verstärkt nachhaltig ein. Nachhaltigkeitstreiber sind auch Themen wie fairen und regionalen Produkten gegenüber aufgeschlossen. Sie leben häufiger in 2- oder 4-Personen-Haushalten und sind eher den höheren Altersgruppen zuzuordnen.

Nachhaltigkeitsexperten: Sie sind außerordentlich gut informiert aber auch kritisch, kaufen verstärkt nach nachhaltigen Gesichtspunkten und achten auch auf soziale und ökologische Missstände. Sie kaufen als einzige Zielgruppe stärker im Supermarkt als im Discounter ein, kaufen deutlich stärker in Reformhäusern/Bioläden und auf dem Wochenmarkt/Ab-Hof. Es handelt sich eher um Frauen, höherer Altersgruppen und in Familien lebend.


Differenzierung verschiedener „Nachhaltigkeits-Typen“:


Zielgruppenprofile – der Nachhaltigkeitstreiber:


Wie Nachhaltigkeit als neue Dimension im Wettbewerb die Konsumgüterindustrie und den Handel verändern wird, belegen aktuelle Umfrageergebnisse. So geben bei über 1000 repräsentativ befragten Verbrauchern in ganz Deutschland insgesamt 60 Prozent der Konsumenten an, dass sie in der letzten Zeit ihr Einkaufsverhalten in Bezug auf den Aspekt der Nachhaltigkeit geändert haben.

Ein weiteres Ergebnis zeigt, dass die Umsätze der Konsumgüterindustrie und des Handels bei einer schlechten Reputation deutlich sinken können: Denn jeder zweite Verbraucher hat schon einmal Produkte von Firmen boykottiert, die nachweislich die Umwelt schädigen oder sozial bedenklich sind.

Das Thema Nachhaltigkeit birgt für Unternehmen und den Handel erhebliches Potential und gilt als neuer Wachstumstreiber. Aber es beinhaltet auch Sprengkraft. Es wird einerseits Wettbewerbs-vorteile und Kundenzufriedenheit schaffen, auch Umsätze mittel- und langfristig steigern, aber andererseits rigoros Firmen und deren Produkte durch Kaufenthaltungen in den sozialen Netzwerken ‚abstrafen’. Das haben abschreckende Beispiele bei einigen Discountern in der letzten Zeit bewiesen.

Trotz ausgeprägter Preissensibilität deutscher Verbraucher und preis-aggressiven Vertriebsformen auf Seiten des Handels setzt sich zunehmend ein Wandel durch. Egal ob Fachhandel, Supermarkt, Warenhaus oder Discounter, - nur wer als Handelsunternehmen im Verdrängungswettbewerb die strategischen Chancen eines auf Nachhaltigkeit setzenden Konzepts erkennt, wird sich am Markt durchsetzen.


Affinitäten der Vertriebswege zum Thema Nachhaltigkeit:



Diese Entwicklung betrifft Handel und Hersteller von Konsumgütern gleichermaßen, deren Dienstleister sowie die gesamte Zulieferkette (supplychain) des Handels – von der Logistik bis hin zur Verpackung. Als Schnittstelle zum Kunden werden die Händler ihr Sortiment kritisch hinterfragen und die gesamten eigenen Firmenprozesse zukünftig auf Nachhaltigkeit ausrichten. Damit muss der Handel seine Lieferkette zwangsläufig auf den Prüfstand stellen. „In diesem gesamten Prozess kommt dem Handel bedingt durch seine Sortimentsfunktioneine besondere Verantwortung zu, die er im Interesse des Verbrauchers ergreifen muss: Denn der Handel bündelt das Angebot für den Kunden und ist damit erster Ansprechpartner für kritische Fragen zu nachhaltigen Produkten und Prozessen“, fasst Hedde zusammen.

Nachhaltigkeit ist Chefsache. Viele produzierende Unternehmen entlang der supplychain haben bereits begonnen, ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot zu „überdenken“. Die Chancen auf mehr Wachstum funktionieren nur dann, wenn Konsumgüterindustrie und Handel mit einem umfassenden Konzept ihre Produkte sowie ihre gesamten Unternehmensprozesse und Zulieferketten auf Nachhaltigkeitskriterien überprüfen und abstimmen.

Der Blick ins Ausland zeigt, dass in Ländern wie Großbritannien oder in den USA Nachhaltigkeitsstrategien schon weit verbreitet sind. Und in Frankreich wurde bereits 2009 (Grenelle Initiative) ein nationales Programm für die nachhaltige Entwicklung gesetzlich festgelegt.


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Diese und weitere spannende Erkenntnisse finden Sie im aktuellen Branchenreport Spezial "Nachhaltigkeit" der IBH Retail Consultants, ein Tochterunternehmen der IfH Institut für Handelsforschung GmbH.

Der Branchenreport quantifiziert und analysiert eine Vielzahl an Nachhaltigkeitsaspekten in Deutschland und beantwortet u.a. die folgenden Fragen:

  • Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit derzeit in Konsumgüterindustrie und Handel, welche Branchen und Handelsunternehmungen sind Nachhaltigkeitstreiber?
  • Wie gehen die Konsumenten mit dem Thema Nachhaltigkeit um?
  • Welche Ansprüche werden konkret an Hersteller und Handel in den einzelnen Branchen und Handelsformaten gestellt?
  • Ob und wie wird Nachhaltigkeitsengagement der Händler wahrgenommen und „belohnt“?
  • Boykottieren die Verbraucher auch ganz konkret „nicht nachhaltige Unternehmungen“?



Weitere Informationen zur IBH-Studie und eine Bestellmöglichkeit finden sie hier: www.ibhkoeln.de